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Unsere geistig und überwiegend schwer mehrfach behinderten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen leben in 19 altersgemischten und koedukativ geführten Gruppen in familienähnlicher Atmosphäre. Betreut und gefördert werden sie ganztägig von Erziehern, Heilerziehungspflegern und unterstützenden Kräften.

 

 

Vor dem Hintergrund eines christlich grundgelegten Menschenbildes wird versucht, die zu Betreuenden nicht von ihrer Beeinträchtigung her zu sehen, sondern ihnen in Achtung und Wertschätzung zu begegnen. Die bei uns lebenden Menschen sollen spüren, dass sie von Gott geliebt werden und in einer Beziehung zu ihm stehen.

Die Wohngruppenbereiche sind ausgestattet mit einer Küche, Wohn- und Eßräumen, Bewohnerzimmern und sanitären Räumen. Einige Wohngruppen verfügen über Werk- und Bastelräume.

Die schulpflichtigen Jungen und Mädchen leben in der Regel bis zur Erfüllung ihrer Schulpflicht bei uns. Unsere pädagogischen Bemühungen gehen dahin, die Voraussetzungen für eine gute soziale Integration zu schaffen und den Schülerinnen und Schülern das Rüstzeug für ein Leben in einem Wohnheim und die Beschäftigung in einer Behinderten-Werkstatt zu vermitteln.

Schwer behinderte Erwachsene, welche die Voraussetzungen für einen Wechsel in ein Wohnheim und die Aufnahme in eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfB) nicht erfüllen, und nach Beendigung der Schulpflicht keine für sie geeignete Einrichtung zu finden ist, finden bis an ihr Lebensende einen Platz bei uns und werden in unserer heimeigenen Arbeits- und Beschäftigungstherapie (ABT) individuell gefördert.  

Für unsere behinderten Menschen ist der Wohnbereich ein sehr wichtiges Lernfeld. Hier erfährt der einzelne innerhalb eines überschaubaren, geschützten Lebensraumes und in einer Atmosphäre des Angenommenseins soziale Werte und Haltungen sowie intensive heilpädagogische Förderung im lebenspraktischen Bereich innerhalb sich schrittweise öffnender Lebensbereiche, wobei wir die Förderung als Einheit von Bildung, Erziehung und Behandlung praktizieren.


In den Wohngruppen werden die nachstehenden Maßnahmen weiter ausgebaut und gefestigt:

Erlernen eines konfliktfreieren und     belastungsfähigeren Sozialverhaltens
Erlernung einer individuellen Freizeitgestaltung
 Training der Grob- und Feinmotorik
Schulung der Wahrnehmung

Spracherwerb und Sprachaufbau
Entwicklung der kindlichen Phantasie in     gelenktem und freiem Spiel
Einübung des sicheren Verhaltens im     Straßenverkehr

Schulung der Selbständigkeit (An- und Ausziehen,     Wasch- und Toilettentraining, Essenstherapie,     Rollstuhltraining, Umgang mit Hilfsmitteln
Umgang mit Geld und Eigentum
Anleitung zur Übernahme kleiner häuslicher Pflichten

Der Tagesablauf der Kinder und Jugendlichen teilt sich in die Schulzeit und das Leben in der Wohngruppe. Die Spätnachmittage und Abende verbringen unsere behinderten Bewohner wahlweise in ihren Gemeinschaftsräumen, auf dem Freigelände oder bei kulturellen oder sportlichen Aktivitäten in oder außerhalb der Einrichtung. Große Bedeutung kommt der gemeinsamen Freizeitgestaltung und der Ausrichtung jahreszeitlicher Feste zu.

Eine weitere Voraussetzung für eine effektive Erziehungsarbeit ist der Zugang und Austausch mit den leiblichen Eltern und Kontaktpersonen der von uns Betreuten, die von den einzelnen Wohngruppen zu regelmäßigen Elternabenden eingeladen werden.